Milliarden Euro stehen auf dem Spiel – für den Wirtschaftsstandort und den Klimaschutz.
Die Bundesregierung plant, Milliarden-Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung künftig nicht mehr für Investitionen in eine klimaneutrale Industrie einz...
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Auch bei einer ambitioniert umgesetzten Kreislaufwirtschaft verbleiben signifikante Abfallmengen, für die es keine bessere Verwertung als die thermische Abfallbehandlung (TAB) gibt. Damit verbunden sind erhebliche CO2-Emissionen, die abgeschieden und gespeichert werden müssen. Die dafür nötigen Nachrüstungen mit CCS sind jedoch mit hohen Investitionsrisiken und Unsicherheiten verbunden; der CO2-Preis allein dürfte die erforderlichen Entscheidungen nicht schnell genug auslösen.
Unsere Analyse prüft, ob eine Förderung von CCS an TAB-Anlagen mit den Zielen einer ambitionierten Kreislaufwirtschaft vereinbar ist und wie sie ausgestaltet sein müsste.
Grundlage ist ein theoretisches Modell des TAB-Markts: regional monopolisierte Anbieter mit Größenvorteilen und Kapazitätsbeschränkungen, unterteilt in zwei Segmente. Private Anlagen bilden ihre Preise frei; maßgeblich sind hier Grenzkosten und die Konkurrenz zu anderen Anlagen und Verwertungswegen. Öffentliche Anlagen geben ihre Durchschnittskosten weiter.
Zentrales Risiko ist der „CCS-Rebound“: CO2-Kosten sind variabel und damit preisbildend, die Fixkosten der CCS-Nachrüstung sind es nicht. Mit zunehmender Verbreitung von TAB-CCS sinken deshalb die Gate-Fees (Preis für die Verbrennung) und mit ihnen die Anreize für Zirkularität. Entscheidend ist die veränderte Kostenstruktur, nicht die Kostenhöhe. Ursache ist der unvollkommene Markt, der weder Marktein- und -austritte noch kontinuierliche Kapazitätsanpassungen zulässt. Der Effekt verstärkt sich bei Überkapazitäten und betrifft vor allem private Anlagen.
Ob eine Förderung mit Zirkularität vereinbar ist, hängt von ihrer präzisen Ausgestaltung ab:
Empfehlung: ein hybrider, teilweise indexierter CCfD, finanziert über eine ökomodulierte Produktabgabe. Die Abgabe kompensiert die sinkende Gate-Fee und sichert gleichzeitig die Nachrüstung.
Eine Förderung von TAB-CCS ist möglich, ohne die Kreislaufwirtschaft zu behindern. Überkapazitäten schaden ihr langfristig und erschweren die Nachrüstung; Ausschreibungen sollten daher die Kapazitätsentwicklung mitsteuern und Stranded Assets vermeiden.