Klimaschutzprogramm 2026: Unsere Forderungen für die deutsche Klimapolitik
Das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bietet einen zentralen Rahmen, um die deutsche Klimapolitik wirkungsvoll auszurichten. Entscheidend ...
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Bisher ist offen, welche Rolle und welchen Beitrag Bio-CCS und Pflanzenkohle im künftigen Zusammenspiel unterschiedlicher Negativemissionstechnologien in Deutschland einnehmen sollen.
Das Potenzial ist da: In Deutschland könnten jährlich theoretisch ca. 10 Mt. CO2 auf Basis der heute im deutschen Energiesystem eingesetzten biogenen Abfall- und Reststoffe für Bio-CCS nachhaltig entnommen werden. Das ist ein relevanter Beitrag zur Erreichung der Ziele der Klimaneutralität bis 2045 und Netto-Negativemissionen ab 2050. Die Produktion von Pflanzenkohle aus Rest- und Abfallbiomasse kommt auf ein Potenzial für Negativemissionen von 2 bis 3 Mt. CO2-Entnahme jährlich. Sie ist eine wichtige Ergänzung für das Negativemissionen-Portfolio und muss integriert mit Bio-CCS betrachtet werden, da beides auf Biomasse zurückgreift.
Aktuell spielen Bio-CCS-Anwendungen (etwa Biomethan oder Biomasse in Müllverbrennungsanlagen mit CCS) in Deutschland und der EU eine Nischenrolle. Eine Skalierung dieser Anwendungen unterliegt vielfältigen Zielkonflikten (wie der Verfügbarkeit nachhaltiger Biomasse), die sorgfältig aufgelöst werden müssen. Die Entwicklung eines Bio-CCS-Systems ist auf politische Unterstützung und steuernde Eingriffe angewiesen.
Das Policy Paper, das wir gemeinsam mit LibMod geschrieben haben, zeigt diese Zielkonflikte, Chancen und politische Handlungsoptionen auf, um Bio-CCS und Pflanzenkohle zu tragenden Säulen des deutschen Klimaschutzes zu machen. Es braucht eine klare Vision, sowie einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen, der Nachhaltigkeit, Marktwirtschaft und gesellschaftliche Teilhabe zusammen denkt.
Das gemeinsame Papier entstand auf der Basis von zwei im Jahr 2025 durchgeführten Expert:innen-Workshops.