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Leitmärkte für klimafreundliche Grundstoffe – Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für den Markthochlauf nachhaltiger Industrieprodukte

Unser gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), dem Deutschen Institut für Normung und Agora Energiewende veröffentlichtes Diskussionspapier zu Leitmärkten für klimafreundliche Grundstoffe bündelt die Erkenntnisse des KEI Podiums und zeigt auf, was jetzt passieren muss, damit grüner Stahl und grüner Zement zu einem echten Business Case werden, unabhängig von Dauerförderung. 

Besonders wichtig sind uns dabei drei Erkenntnisse: 

  1. Ohne Transparenz keine Akzeptanz. Ein Stimmungsbild-Experiment im Rahmen des KEI Podiums zeigt deutlich: Fehlen Vergleichspreise, schätzen Marktakteur:innen die Mehrkosten klimafreundlicher Produkte und Infrastrukturprojekte um ein Vielfaches falsch ein. Wer Investitionssicherheit will, muss zuerst für verlässliche Preisperspektiven sorgen. 
  1. Labels wie LESS und CCC zeigen, dass es geht: Für Stahl und Zement existieren bereits branchenspezifische Klimaschutzlabel, die Klarheit und Vergleichbarkeit schaffen. Andere Grundstoffindustrien können von diesen Erfahrungen lernen, vorausgesetzt, die Labels werden von Anfang an europäisch und global mitgedacht. 
  1. Öffentliche Beschaffung wird als Hebel verschenkt. Laut Vergabestatistik des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) enthielten 2023  gerade einmal 14 Prozent der öffentlichen Aufträge Nachhaltigkeitskriterien, bei Bauaufträgen waren es nur 6,3 Prozent. Damit die öffentliche Hand tatsächlich zur verlässlichen Nachfragerin für klimafreundliche Grundstoffe wird, braucht es verbindliche statt freiwillige Vorgaben im Vergaberecht, sowie Kapazitätsaufbau in den Vergabestellen, der auch Bauleistungen mitdenkt. 
«Klimafreundliche Grundstoffe können nur dann marktfähig werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dafür braucht es klare Signale der öffentlichen Hand und verbindliche Vergaberichtlinien, national wie europäisch.»

Frauke Eustermann

Fachreferentin Nachhaltiges Bauen