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Effizienzpotenziale heben, Subventionen umgestalten

Autor:innen: Florian Zerzaw; Simon Niesen-Meemken; Dominik Kolbeck (FÖS); und Philipp Diesing (R LK )

: Bellona Deutschland; Umweltinstitut München

Energieeffizienz: Neuausrichtung der Subventionen nötig 

Die neue Studie des Forum Ökologische Sozialwirtschaft im Auftrag von Bellona Deutschland und dem Umweltinstitut München zeigt erhebliche ungenutzte Potenziale zur Energiekostensenkung in der deutschen Industrie und bei staatlichen Subventionen. 

Staatliche Energiesubventionen belaufen sich aktuell auf etwa 23 Milliarden Euro jährlich – oft ohne ausreichende Anreize für Effizienzsteigerungen oder Transformation. Gleichzeitig könnten rund 40 % des Energieverbrauchs eingespart werden, was jährlichen Kosten in Höhe von etwa 29 Milliarden Euro entspricht. Voraussetzung dafür sind einmalige Investitionen von rund 100 Milliarden Euro. 

Die Studie kommt zum Schluss: Eine gezielte Umgestaltung dieser Subventionen könnte ein Vielfaches an privaten Investitionen mobilisieren und die Energieproduktivität nachhaltig erhöhen. 

Die deutsche Industrie steht vor der doppelten Herausforderung aus hoher Importabhängigkeit und steigenden Energiekosten. Effizienzmaßnahmen bieten hier einen zentralen Hebel: Sie reduzieren dauerhaft den Energiebedarf, entlasten Unternehmen sowie den Staatshaushalt und stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit. 

Besonders wirkungsvoll sind bestehende Förderprogramme wie die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz, die pro eingesetztem Euro 2,50 Euro private Investitionen auslösen. Im Gegensatz dazu führen reine Energiepreissubventionen zwar zu kurzfristigen Entlastungen für Unternehmen aber auch zu dauerhaften staatlichen Ausgaben, die höchstens bei Strompreissubventionen strukturelle Verbesserungen anstoßen. 

Neben den wirtschaftlichen Effekten zeigen sich auch erhebliche volkswirtschaftliche Chancen: Über einen Zeitraum von 20 Jahren könnten Einsparungen von mehr als 250 Milliarden Euro realisiert werden. Zusätzlich entstehen durch Investitionen in Energieeffizienz erhebliche Impulse für Beschäftigung und Wertschöpfung – insbesondere im Handwerk und Anlagenbau. 

Vor dem Hintergrund der aktuellen Befassung des Bundestages mit dem Energieeffizienzgesetz ist eine Abschwächung der Wirkung bestehender Regelungen zu vermeiden. Effizienzziele, Energiemanagementsysteme und klare Anreize für Investitionen sind entscheidend, um Planungssicherheit zu gewährleisten und Investitionen nicht auszubremsen.