
CCS vs Transformation – Steht CCS der Transformation zu einer klimaneutralen Industrie im Weg?
Carbon Capture and Storage (CCS) ist in der klima- und industriepolitischen Diskussion angekommen. Gleichzeitig existieren noch immer umfassende Vorb...
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Autor:innen: Fabian Liss; Eliane Hochsprung
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Carbon Capture and Storage (CCS) kann eine wichtige Rolle dabei spielen, die Emissionen von Industrieprozessen mit schwer vermeidbaren Emissionen deutlich zu reduzieren. Der Hochlauf von CCS in Deutschland ist daher ein bedeutsamer Baustein zur Klimaneutralität.
In der Debatte um die Entwicklung von CO2-Speichern in Deutschland und Europa gerät jedoch leider einiges durcheinander: Entscheidend ist nicht allein, welche geologischen Formationen für die Speicherung von CO2 theoretisch geeignet sind, sondern wie viel Speicherkapazität sich unter realen Bedingungen tatsächlich erschließen lässt – und zu welchem Zeitpunkt.
In unserem Policy Paper erläutern wir die zentralen Fachbegriffe der Diskussion um die Speicherkapazitäten und unterscheiden zwischen theoretischem Potenzial, technisch realisierbaren sowie sozioökonomisch realistischen Kapazitäten. Wir zeigen auf, warum die Unterschiede zwischen diesen, als Stufen der Speicherentwicklung zu verstehenden, Kategorien erheblich sein können. Für Deutschland deuten erste Untersuchungen darauf hin, dass die allein im deutschen Teil der Nordsee (AWZ) entwicklungsfähigen geologischen Formationen vermutlich nicht ausreichen werden, um sämtliche für die Anwendung von CCS diskutierten Industrieemissionen dauerhaft vollständig aufzunehmen. Dadurch stellen sich komplexe Folgefragen zur Priorisierung der Anwendung von CCS, der Möglichkeit der Onshore-Speicherung oder auch des Exports von CO2 zu Speicherstätten, z. B. in Skandinavien oder der Niederlande. Die zugrunde liegenden Daten sind jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet. Diese kursorische Rechnung ist infolgedessen stark von verschiedenen Annahmen beeinflusst, weshalb weitere Forschung und geologische Erkundung notwendig bleiben.
Vor diesem Hintergrund skizzieren wir mögliche politische Schritte:
Unser Papier versteht sich als Beitrag zur aktuellen Diskussion und soll dabei helfen, die Frage nach der realistischen Erschließbarkeit von CO₂-Speichern differenzierter zu betrachten und Handlungsoptionen sichtbar zu machen.